Klimaanpassung in Ingolstadt

Verantwortung für die Zukunft.

Warum brauchen wir Klimaanpassung?

Der Klimawandel ist da – das merken wir alle. Heiße Sommer, mehr Starkregen und Wetterextreme fordern uns heraus. Diese Veränderungen betreffen nicht nur die Natur, sondern auch unser tägliches Leben: unsere Gesundheit, unsere Häuser, unsere Straßen. Klimaanpassung bedeutet, unsere Stadt auf diese neuen Bedingungen vorzubereiten und lebenswert zu erhalten – für heute und für die Zukunft.

Das Klimaanpassungskonzept für die Stadt Ingolstadt wurde am 17.12.2024 vom Stadtrat verabschiedet und geht jetzt in die Umsetzung.

„Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind zwei Seiten einer Medaille.“
Petra Kleine, Klimabürgermeisterin der Stadt Ingolstadt

Wie gehen wir vor?

Wir setzen auf Lösungen, die nicht nur gegen die Folgen des Klimawandels wirken, sondern unsere Stadt gleichzeitig schöner und grüner machen. Mehr Bäume, weniger Beton, bessere Wassernutzung – das alles hilft uns, kühle Orte zu schaffen, Überschwemmungen zu vermeiden und unsere Umwelt zu schützen. Dabei arbeiten wir eng mit Bürgern, Unternehmen und Experten zusammen, um Ideen zu finden, die wirklich zu Ingolstadt passen.

Unsere Grundsätze

  • Lebensqualität für alle: Wir wollen, dass Ingolstadt trotz Klimawandel ein Ort bleibt, an dem wir gerne leben, arbeiten und entspannen.
  • Natürliche Lösungen: Ob Parks, grüne Dächer oder schattige Plätze – Natur hilft uns, besser mit Hitze und Regen klarzukommen.
  • Gemeinsam statt allein: Wir packen die Herausforderungen als Gemeinschaft an – jeder kann mitmachen und etwas beitragen.

2024: Das heißeste Jahr in Bayern

Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,3 °C lag Bayern deutlich über dem langjährigen Mittel von 7,5 °C und brach damit alle bisherigen Rekorde seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Sofort­maßnahmen

Die Stadt Ingolstadt setzt ab 2025 sofortige Maßnahmen um, um die Auswirkungen des Klimawandels direkt anzugehen und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

S1: (Grüne) Sonnensegel

Effektive Maßnahmen zur Reduktion von Hitze an innerstädtischen Hotspots sind essenziell, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Begrünte Sonnensegel bieten eine flexible und kurzfristig umsetzbare Lösung, die gleichzeitig funktional und ästhetisch wirkt.

Ziel:

  • Sofortige Abkühlung an Hitze-Hotspots in der Stadt.
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Aufwertung des Stadtraums.

Umsetzung:

  • Installation mobiler Sonnensegel oder „Sonnensegel“ aus Pflanzen.
  • Kombination mit Kunstaktionen, um die Stadträume kreativ zu gestalten.
  • Flexibler Einsatz im Sommer, einfache Lagerung im Winter in städtischen Gebäuden.

Wirkung:

  • Reduktion der innerstädtischen Wärmeinseln.
  • Schaffung von angenehmen Aufenthaltsbereichen in stark frequentierten Stadtgebieten.
  • Integration von Klimaanpassungund urbaner Ästhetik.

S2: Kostenloses Trinkwasser

Der Zugang zu kostenlosem Trinkwasser ist essenziell, um Dehydrierung während Hitzeperioden zu vermeiden und die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern. Durch den Ausbau von Brunnen und die Unterstützung von Initiativen wird ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung geleistet.

Ziel:

  • Verbesserung der Trinkwasserversorgung während Hitzeperioden.
  • Reduktion von Plastikmüll und CO₂-Emissionen.

Umsetzung:

  • Ausbau des Trinkwasserbrunnennetzes in der Stadt.
  • Unterstützung der Initiative „Refill Deutschland“, bei der Gastronomiebetriebe und öffentliche Einrichtungen mitgebrachte Gefäße kostenlos mit Leitungswasser auffüllen.

Wirkung:

  • Vorbeugung von Dehydrierung in heißen Sommermonaten.
  • Förderung eines nachhaltigen Lebensstils durch weniger Einwegplastik.
  • Positionierung von Betrieben als umweltbewusste und engagierte Akteure.

S3: Mobiles Stadtgrün

Mobile Stadtgrün-Elemente tragen dazu bei, die Auswirkungen von Hitzeinseln zu mindern und die Lebensqualität in stark versiegelten Bereichen zu verbessern. Sie schaffen kühlende Zonen und fördern die Biodiversität durch gezielte Bepflanzung.

Ziel:

  • Schaffung von schattigen und kühlenden Aufenthaltsbereichen.
  • Förderung der Biodiversität durch klimaangepasste Grünflächen.

Umsetzung:

  • Aufstellen mobiler Pflanzgefäße und Parklets in stark versiegelten und besonders heißen Bereichen.
  • Nutzung von klimaangepasster Bepflanzung, darunter auch Bäume zur Erweiterung des Baumbestands.
  • Finanzierung durch Sponsoring, z. B. mit Plaketten für Namensschilder.

Wirkung:

  • Verbesserung des Mikroklimas in urbanen Hitze-Hotspots.
  • Schaffung von angenehmen Rastmöglichkeiten für die Bevölkerung.
  • Beitrag zur ökologischen Vielfalt in der Stadt.

S4: Klima-Rundgang

Der Klima-Rundgang gibt den Bürgerinnen und Bürgern die Chance, selbst zu entdecken, wo in ihrer Stadt Anpassungen an den Klimawandel nötig sind. Die Veranstaltung bringt Verwaltung, Experten und die Bevölkerung ins Gespräch.

Ziel:

  • Identifikation und Priorisierung von Klimaanpassungsmaßnahmen vor Ort.
  • Förderung des Dialogs zwischen Bürger/-innen, Verwaltung und Fachleuten.

Umsetzung:

  • Organisation stadtteilbezogener Rundgänge in Zusammenarbeit mit den Bezirksausschüssen.
  • Start des Klimarundgangs in besonders vulnerablen Gebieten, wie dem Bezirk Nordost.
  • Schrittweise Umsetzung in weiteren Stadtteilen, basierend auf der Vulnerabilität.

Wirkung:

  • Einbindung der Bevölkerung in die Klimaanpassungsplanung.
  • Verbesserung der Priorisierung und Umsetzung lokal relevanter Maßnahmen.
  • Stärkung des Bewusstseins für Klimawandel und Anpassung in der Bevölkerung.
  • Anpassungsmaßnahmen werden passgenau in die vorhandenen Gegebenheiten, Notwendigkeiten und Wünschen integriert

S5: Aufwertung des südlichen Donauufers

Das südliche Donauufer wird so umgestaltet, dass es auch an heißen Tagen ein angenehmer und erholsamer Ort bleibt. Durch gezielte Maßnahmen wie mehr Schatten, begrünte Flächen und kühlende Elemente wird die Aufenthaltsqualität verbessert und die Donau erlebbarer gemacht.

Ziel:

  • Steigerung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität des Gebiets.
  • Förderung von Naherholung durch klimasensible Maßnahmen.

Umsetzung:

  • Anlage von Rasenstufen auf Höhe des Labyrinths zur besseren Zugänglichkeit zur Donau.
  • Trennung von Fuß- und Radverkehr zur Erhöhung der Sicherheit und des Komforts.
  • Zusätzliche Baumpflanzungen zur Schaffung von natürlichem Schatten.
  • Installation neuer Sitz- und Liegeflächen zur Steigerung des Erholungswerts.

Wirkung:

  • Verbesserung der Nutzbarkeit des Donauufers bei hohen Temperaturen.
  • Schaffung eines attraktiven Erholungsraums für verschiedene Nutzergruppen.
  • Beitrag zu einer klimasensiblen und gesunden Stadtgestaltung.
  • Zugänglichkeit an und in die Donau wird für die Bevölkerung geschaffen

S6: Runder Tisch Schwammstadt

Das Konzept der Schwammstadt hat in Ingolstadt hohe Priorität, um die Regenwasserversickerung und den Hochwasserschutz effektiv zu fördern. Ein interdisziplinärer Ansatz ermöglicht eine nachhaltige und innovative Stadtentwicklung.

Ziel:

  • Förderung der Regenwasserversickerung zur Stabilisierung des Wasserhaushalts.
  • Verbesserung der Starkregenvorsorge durch gezielte Maßnahmenplanung.

Umsetzung:

  • Eine Starkregengefahrenkarte wurde erstellt und bietet mit der Klimaanlaysekarte und der Vulneraabilitätsanalyse die Basis.
  • Regelmäßige Treffen und Abstimmungen aller relevanten Akteurinnen und Akteure am „Runden Tisch“.
  • Integration der Ergebnisse in zukünftige Planungen und Maßnahmen.

Wirkung:

  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen Starkregenereignisse.
  • Optimierung des Wassermanagements durch interdisziplinäre Zusammenarbeit.
  • Beitrag zu einer klimaresilienten und nachhaltigen Stadtentwicklung.

Mittel- und langfristige Maßnahmen

Die mittel- und langfristigen Maßnahmen machen Ingolstadt widerstandsfähiger gegen den Klimawandel durch nachhaltige Stadtentwicklung, Schwammstadt-Prinzipien und klimaangepasstes Wohnen.

M1: Schwammstadt Ingolstadt

Die Schwammstadt Ingolstadt stärkt die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber extremen Wetterereignissen. Innovative und nachhaltige Maßnahmen fördern die Speicherung und Nutzung von Regenwasser, reduzieren Überflutungsrisiken und verbessern die städtische Biodiversität.

Ziel:

  • Verbesserter Hochwasserschutz und gezielte Nutzung von Regenwasser.
  • Wiederherstellung natürlicher Wasserkreisläufe und langfristige Resilienz.

Umsetzung:

  • Schaffung von Versickerungsmulden und Nutzung versickerungsfähiger Oberflächen.
  • Bau von Regenwasserspeichern wie Zisternen und kleinen Teichen.
  • Ausbau des Trennsystems der Kanalisation und Sensibilisierung zum Einbau von Rückstauklappen.

Wirkung:

  • Reduktion von Überflutungsrisiken und Unterstützung der Grundwasserneubildung.
  • Förderung der städtischen Biodiversität und Kühlung urbaner Räume.

M2: Integrierte nachhaltige Stadt­entwicklung

Die integrierte nachhaltige Stadtentwicklung zielt darauf ab, Klimaanpassung systematisch in alle städtischen Planungsprozesse einzubinden. Mobilitätswende, gerechte Verteilung von Grünflächen und die Transformation bestehender Infrastrukturen stehen im Fokus, um die Lebensqualität zu steigern.

Ziel:

  • Verbesserung der Lebensqualität durch grüne und klimaangepasste Stadtplanung.
  • Schutz bestehender Grünflächen, insbesondere in klimasensiblen Gebieten.

Umsetzung:

  • Regelmäßige Thematisierung von Klimaanpassung in der Klimakonferenz.
  • Evaluation und Fortschreibung der Bauleitplanung mit Fokus auf Klimaanpassung.
  • Monitoring der Einhaltung von Begrünungsmaßnahmen in Bebauungsplänen.

Wirkung:

  • Förderung von Synergien zwischen Klimaschutz, Mobilität und Urbanität.
  • Langfristige Integration von Klimaanpassung in die Stadtentwicklung.
  • Schaffung grüner und kühler Aufenthaltsbereiche in urbanen Räumen.

M3: Attraktives Ehrenamt für einen klima­angepassten Katastrophen­schutz

Ein starkes Ehrenamt ist wichtig, um Ingolstadt auf Extremwetterereignisse vorzubereiten. Um mehr Menschen für den Katastrophenschutz zu gewinnen, müssen attraktive Anreize geschaffen werden. Gleichzeitig ist eine gezielte Ausbildung erforderlich, um die Widerstandsfähigkeit der Stadt zu erhöhen.

Ziel:

  • Stärkung des ehrenamtlichen Katastrophenschutzes in Ingolstadt.
  • Gewinnung und Qualifizierung neuer Helferinnen und Helfer.
  • Sensibilisierung der Bevölkerung für Extremwettereignisse.

Umsetzung:

  • Gezielte Kampagnen zur Rekrutierung ehrenamtlicher Helfer/-innen.
  • Qualifizierungs- und Ausbildungsprogramme für den Katastrophenschutz.
  • Verbesserung der Attraktivität des Ehrenamts durch Anreize und Anerkennung.
  • Zentrale Organisation von Aktionstagen für Hilfsorganisationen.

Wirkung:

  • Erhöhte Einsatzbereitschaft bei Extremwetterereignissen.
  • Mehr Menschen engagieren sich für den Schutz ihrer Stadt.
  • Langfristige Sicherstellung eines funktionierenden Katastrophenschutzes.

M4: Zusammen gesund durch den Sommer

Anhaltende Hitzewellen stellen eine zunehmende Gesundheitsgefahr dar. Besonders gefährdete Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und Vorerkrankte benötigen gezielte Unterstützung. Ein Hitzeaktionsplan hilft, gesundheitliche Risiken zu minimieren und die Lebensqualität auch an heißen Tagen zu erhalten.

Ziel:

  • Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Folgen extremer Hitze.
  • Anpassung der Stadt an steigende Temperaturen durch gezielte Maßnahmen.

Umsetzung:

  • Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Hitzeaktionsplans.
  • Verbesserung der Freizeitangebote mit Abkühlungsmöglichkeiten.
  • Bewerbung vorhandener Klimaoasen als kühle Rückzugsorte.
  • Einrichtung sozialer Räume als Schutzorte vor Hitze.
  • Sensibilisierungskampagnen für besonders gefährdete Gruppen.

Wirkung:

  • Reduzierung hitzebedingter Gesundheitsrisiken.
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Stadt während Hitzewellen.
  • Förderung eines gesunden und klimaangepassten Lebensstils.

M5: Umdenken bei der Naherholung

Steigende Temperaturen erfordern neue Konzepte für die Naherholung. Stärker frequentierte Gebiete müssen entlastet und alternative Erholungsorte geschaffen werden. Gleichzeitig soll die Natur im urbanen Umfeld besser genutzt und erlebbar gemacht werden.

Ziel:

  • Klimafreundliche Erholung in der Stadt ermöglichen.
  • Besucherströme gezielt lenken, um überlastete Gebiete zu entlasten.
  • Das direkte Wohnumfeld als klimafreundlichen Erholungsraum aufwerten.

Umsetzung:

  • Entwicklung einer gezielten Besucherlenkungsstrategie für Naherholungsgebiete.
  • Anpassung der Tourismusstrategie an die veränderten klimatischen Bedingungen.
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld durch gezielte Maßnahmen.

Wirkung:

  • Entzerrung stark frequentierter Erholungsräume.
  • Höhere Lebensqualität durch klimaangepasste Naherholungsangebote.
  • Bewusstseinsbildung für klimafreundliche Freizeitgestaltung.

M6: Klimagerecht Wohnen und Arbeiten in Ingolstadt

Steigende Temperaturen machen klimaangepasste Bauweisen und Wohnkonzepte unerlässlich. Besonders die Altstadt benötigt innovative Lösungen zur Reduzierung von Hitzebelastungen. Klimagerechte Gebäude tragen zu mehr Wohnkomfort und einem besseren Stadtklima bei.

Ziel:

  • Reduzierung der Hitzebelastung in Wohn- und Arbeitsräumen.
  • Förderung innovativer Konzepte für nachhaltiges Bauen und Wohnen.
  • Vorbildfunktion der Stadt für klimafreundliches Bauen.

Umsetzung:

  • Förderung von Bauteilaktivierung zur Nutzung von Wasserleitungen zur Kühlung.
  • Entwicklung von Pilotprojekten für klimaneutrales Wohnen und Arbeiten.
  • Anpassung städtischer Förderprogramme für klimaangepasste Gebäude.

Wirkung:

  • Angenehmeres Wohn- und Arbeitsklima, besonders in der Altstadt.
  • Reduzierung des Energiebedarfs durch passive Kühlung.
  • Sensibilisierung von privaten Eigentümerinnen und Eigentümern für klimafreundliche Bauweisen.

M7: Mehr Platz für gutes Klima

Eine klimaangepasste Stadt benötigt mehr Raum für Grünflächen, kühlende Elemente und Erholungsorte. Die Neugestaltung des öffentlichen Raums kann helfen, die Auswirkungen des Klimawandels zu mindern und die Lebensqualität für alle zu verbessern.

Ziel:

  • Mehr Grün- und Aufenthaltsflächen zur Reduzierung von Hitzeinseln schaffen.
  • Förderung klimaangepasster Gestaltung öffentlicher Räume.
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität in dicht bebauten Stadtgebieten.

Umsetzung:

  • Umgestaltung von Straßen und Plätzen mit mehr Grünflächen und Beschattung.
  • Einrichtung von Begegnungsräumen mit Sitzmöglichkeiten und Wasserelementen.
  • Förderung temporärer Nutzungen für mehr Flexibilität im öffentlichen Raum.

Wirkung:

  • Verbesserung des Mikroklimas durch kühlende Stadtgestaltung.
  • Höhere Aufenthaltsqualität und soziale Interaktion im Stadtraum.
  • Schaffung von klimafreundlichen Erholungs- und Bewegungsräumen.

M8: Ingolstädter/-innen machen Grün

Bürgerbeteiligung ist entscheidend für eine klimaresiliente Stadt. Durch die aktive Einbindung der Bevölkerung können neue Grünflächen geschaffen und bestehende aufgewertet werden. Dies fördert nicht nur das Stadtklima, sondern stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl.

Ziel:

  • Aktive Beteiligung der Bevölkerung an der Begrünung der Stadt.
  • Förderung von urbanem Gärtnern und Gemeinschaftsprojekten.
  • Verbesserung der Biodiversität und des Stadtklimas durch mehr Grünflächen.

Umsetzung:

  • Initiierung von Patenschaften für Bäume, Grünflächen und Hochbeete.
  • Unterstützung von Urban-Gardening-Projekten und Gemeinschaftsgärten.
  • Organisation von Mitmach-Aktionen zur Begrünung von Quartieren.

Wirkung:

  • Mehr grüne und kühle Orte durch direkte Beteiligung der Bürger/-innen.
  • Stärkung des Umweltbewusstseins und der sozialen Interaktion.
  • Förderung der Artenvielfalt und Verbesserung der Luftqualität.

M9: Klima­angepasster Schutz und Ausweitung der Ingolstädter Biodiversität

Der Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt sind essenziell für eine klimaresiliente Stadt. Durch gezielte Maßnahmen kann das ökologische Gleichgewicht gestärkt und die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Veränderungen verbessert werden.

Ziel:

  • Schutz bestehender natürlicher Lebensräume in Ingolstadt.
  • Förderung klimaangepasster Pflanzen- und Tierarten.
  • Erhalt und Vernetzung von Grün- und Wasserflächen für mehr Biodiversität.

Umsetzung:

  • Umgestaltung öffentlicher Grünflächen mit hitzetoleranten Pflanzen.
  • Förderung naturnaher Flächen zur Schaffung neuer Lebensräume.
  • Erhalt und Erweiterung von Biotopen, Gewässern und Blühstreifen.

Wirkung:

  • Stärkung des ökologischen Gleichgewichts in der Stadt.
  • Höhere Widerstandsfähigkeit der Natur gegen klimatische Veränderungen.
  • Mehr Grünflächen, die auch als kühlende Erholungsorte dienen.

M10: Klima­angepasste Tourismus­betriebe

Der Tourismus in Ingolstadt muss sich an veränderte klimatische Bedingungen anpassen. Durch nachhaltige Konzepte können Gäste und Einheimische auch in heißen Sommern eine angenehme Aufenthaltsqualität genießen.

Ziel:

  • Anpassung der Tourismusbranche an den Klimawandel.
  • Förderung nachhaltiger und klimaschonender Tourismusangebote.
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Besucher/-innen.

Umsetzung:

  • Entwicklung klimafreundlicher Tourismusangebote mit Fokus auf Natur und Nachhaltigkeit.
  • Förderung von Beschattungs- und Kühlungsmaßnahmen in touristischen Hotspots.
  • Sensibilisierung der Tourismusbranche für klimafreundliche Maßnahmen.

Wirkung:

  • Attraktivität Ingolstadts als Reiseziel trotz steigender Temperaturen erhalten.
  • Förderung umweltfreundlicher Mobilität und ressourcenschonender Konzepte.
  • Verbesserung der Besucherzufriedenheit durch klimaangepasste Infrastruktur.

M11: Klima­angepasste Gewerbe­standorte

Unternehmen müssen sich zunehmend auf Klimaveränderungen einstellen. Durch nachhaltige Standortentwicklung kann nicht nur der Energieverbrauch gesenkt, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Betriebe gestärkt werden.

Ziel:

  • Förderung nachhaltiger und klimaresilienter Gewerbestandorte.
  • Reduktion der Hitzebelastung in Gewerbegebieten.
  • Erhöhung der Energieeffizienz und Ressourcenschonung in Unternehmen.

Umsetzung:

  • Begrünung von Gewerbeflächen und Installation von Dach- und Fassadenbegrünungen.
  • Förderung von Wasser- und Energiesparmaßnahmen in Betrieben.

Wirkung:

  • Reduzierung der Wärmebelastung in Industrie- und Gewerbegebieten.
  • Nachhaltigere und zukunftssichere Unternehmensstandorte.
  • Beitrag zur Erreichung der städtischen Klimaziele durch energieeffiziente Maßnahmen.

M12: Klima­angepasste Land- und Forst­wirtschaft

Land- und Forstwirtschaft sind direkt von klimatischen Veränderungen betroffen. Durch klimaangepasste Bewirtschaftungsmethoden können Erträge langfristig gesichert und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Wetterextremen erhöht werden.

Ziel:

  • Anpassung der Landwirtschaft an veränderte klimatische Bedingungen.
  • Förderung nachhaltiger und ressourcenschonender Anbaumethoden.
  • Erhalt und Schutz der Waldökosysteme in Ingolstadt.

Umsetzung:

  • Förderung standortgerechter, hitze- und trockenresistenter Pflanzenarten.
  • Maßnahmen zur Bodenschutzverbesserung und Wasserspeicherung.
  • Ausbau von klimaresilienten Forstwirtschaftskonzepten mit Mischwäldern.

Wirkung:

  • Sicherung landwirtschaftlicher Erträge trotz Klimaveränderungen.
  • Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.
  • Erhalt widerstandsfähiger Wälder als CO₂-Senken und Klimaregulatoren.

M13: Lokale Lebensmittel fördern und wertschätzen

Regionale und nachhaltige Lebensmittelproduktion hilft, Transportwege zu reduzieren und die Resilienz gegenüber globalen Lieferkettenproblemen zu erhöhen. Durch gezielte Förderung kann die Nachfrage nach lokalen Produkten gesteigert werden.

Ziel:

  • Stärkung der regionalen Lebensmittelproduktion.
  • Förderung nachhaltiger und umweltfreundlicher Anbaumethoden.
  • Sensibilisierung der Bevölkerung für die Bedeutung lokaler Erzeugnisse.

Umsetzung:

  • Unterstützung von Direktvermarktung und regionalen Lebensmittelinitiativen.
  • Schaffung von mehr Verkaufs- und Verarbeitungsmöglichkeiten für regionale Produkte.
  • Informationskampagnen zur Bedeutung nachhaltiger und lokaler Ernährung.

Wirkung:

  • Reduktion der CO₂-Emissionen durch kürzere Transportwege.
  • Unterstützung lokaler Landwirtinnen und Landwirte und Produzenten und Produzentinnen.
  • Bewusstere und nachhaltigere Konsumentscheidungen der Bevölkerung.

M14: Wasser­verbrauch klima­angepasst gestalten

Steigende Temperaturen und längere Trockenperioden erfordern eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen. Durch gezielte Maßnahmen kann der Wasserverbrauch reduziert und die Versorgung langfristig gesichert werden.

Ziel:

  • Reduzierung des Wasserverbrauchs in privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereichen.
  • Förderung wassersparender Technologien und Maßnahmen.
  • Sicherstellung einer nachhaltigen Wasserversorgung für die Zukunft.

Umsetzung:

  • Einführung wassersparender Maßnahmen in öffentlichen Gebäuden und Grünanlagen.
  • Förderung von Regenwassernutzung und wassereffizienten Haushaltsgeräten.
  • Aufklärungskampagnen zur bewussten Nutzung von Wasser.

Wirkung:

  • Reduktion des Trinkwasserverbrauchs und nachhaltigere Ressourcennutzung.
  • Kosteneinsparungen durch effizientere Wassernutzung.
  • Schutz der Wasserressourcen für zukünftige Generationen.

M15: Städtische Förder­programme

Gezielte finanzielle Anreize helfen, Klimaanpassungsmaßnahmen schneller und effektiver umzusetzen. Durch städtische Förderprogramme können Bürger/-innen und Unternehmen beim nachhaltigen Umbau unterstützt werden.

Ziel:

  • Förderung von klimaangepassten Maßnahmen für Bürger/-innen und Unternehmen.
  • Finanzielle Unterstützung für nachhaltige Bau- und Begrünungsprojekte.
  • Beschleunigung der Umsetzung von Klimaanpassungskonzepten.

Umsetzung:

  • Entwicklung neuer Förderprogramme für Begrünungsmaßnahmen und Regenwassernutzung.
  • Anpassung bestehender Förderungen an die Anforderungen des Klimawandels.
  • Beratung und Unterstützung für Antragstellende zur Nutzung der Fördermittel.

Wirkung:

  • Steigerung der Anzahl umgesetzter Klimaanpassungsmaßnahmen.
  • Entlastung der finanziellen Hürden für nachhaltige Investitionen.
  • Beschleunigung der Transformation Ingolstadts zu einer klimaresilienten Stadt.

Klimaanpassung schützt

Mögliche gesundheitliche Folgen des Klimawandels sind:

  • Hitzebedingte Erkrankungen: Hitzeschlag, Dehydrierung, Kreislaufprobleme.
  • Atemwegserkrankungen: Verstärkte Belastung durch Feinstaub, Ozon und Pollenflug.
  • Psychische Belastungen: Steigende Stresslevel durch häufige Extremwetterereignisse und Unsicherheiten.
  • Infektionskrankheiten: Durch veränderte Klimabedingungen können sich Krankheitsüberträger wie Zecken oder Mücken stärker verbreiten.

„Die Klimaanpassung in der Stadt dient in erster Linie dazu, die Gesundheit, das Wohlbefinden sowie die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.“

Evi Scheder, Klimamanagement Stadt Ingolstadt, Stabsstelle Klima, Biodiversität und Donau.